Musikkapelle Hagen a.T.W. von 1925 e.V.
Musikkapelle Hagen a.T.W. von 1925 e.V.

Etwas Geschichtliches ....

Die Musikkapelle Hagen a.T.W. e.V.  von 1925 verdankt ihre Entstehung dem katholischen Jugendverein in Hagen. Bereits vor dem Ersten Weltkrieg hatte hier ein Trommler- und Pfeiferkorps innerhalb des Jugendvereins bestanden. Unter der fachkundigen Leitung der beiden Militärmusiker Unland und Ehrenbrink wurden diese Bemühungen intensiviert und durch eifrige Proben konnte ein beachtlicher Leistungsstand erreicht werden. Leider fielen beide im Ersten Weltkrieg. Aber der Initialfunke für die Gründung eines Musikvereins in Hagen war gelegt. Nach dem Krieg entwickelten sich die Ideen allerdings in Richtung  Gründung einer Musikkapelle. Nachdem einige musikbegeisterte junge Leute bereits im Privatunterricht ein Musikinstrument erlernt hatten, übernahm dann der Berufsmusiker Bruno Schiora aus Georgsmarienhütte die Ausbildung. Mit großem Engagement ging der Jugendverein an die Sammlung von Geld- und Sachspenden zur Finanzierung der Musikinstrumente. Die beginnende Inflation machte diese Bemühungen allerdings immer schwieriger, so dass zur Finanzierung der ersten Tuba sogar ein gestiftetes Ferkel herhalten musste.

Gründungsfoto 1925

hintere Reihe von links: Johannes Herkenhoff, Ferdinand Leimkühler, Heinrich Elixmann, August Kock, Heinrich Plogmann, Johannes Schmits, Heinrich Lücking, Willi Leimkühler und Heinrich Lücking

erste Reihe von links: Bernhard Schoppmeier, Herr Witte, Heinrich Kreienbrink, Herr Pilger, Johannes Gallsmann, Hubert Niedernostheide, Franz Herkenhoff, Josef Schmidt und Kaplan Weckenborg


Nachdem die Kapelle eine gewisse Selbstständigkeit als Musikabteilung des katholischen Jugendvereins erlangt hatte und auch schon einige Male öffentlich aufgetreten war, trennte sie sich 1925 vom Jugendverein. Das war die Geburtsstunde der Musikkapelle Hagen a.T.W.

Die musikalische Arbeit wurde weiter verstärkt und bald hatte man sich einen guten Namen im ganzen Landkreis erarbeitet. So konnten nach und nach weitere Instrumente, Noten und eigene Uniformen angeschafft werden. Der bis dahin größte Auftritt war das Kriegerfest im Jahr 1929. Nach der nationalsozialistischen Machtübernahme brachte der Ausbruch des Zweiten Weltkrieges, wie es die Vereinschronik formuliert, „die Musen zum ehernen  Schweigen“. Vom 1941 bis 1945 ruhte die gesamte Vereinstätigkeit.

Doch gleich nach Kriegsende fanden sich die Mitglieder unter der neuen Stabführung von Bernhard Kampe wieder zusammen. Im alten Vereinslokal Stock wurde wieder wöchentlich geprobt.

Bereits bei der Fronleichnamsprozession 1945 begleiteten die Bläser wieder die Gläubigen auf ihrem Weg durch die Gemeinde. 1950 feierte die Musikkapelle Hagen a.T.W. ihr 25-jähriges Bestehen mit einem Fest, an dem die ganze Gemeinde Anteil hatte. In den folgenden Jahren konnten neue Mitglieder zur Besetzung aller Instrumente gewonnen werden. Konzert und Festball zum 40. Jubiläum war ein Höhepunkt in der Vereinsgeschichte im Jahr 1965.

40 Jahre Musikkapelle Hagen a.T.W. - 1965

1. Reihe von links: Berndhard Kampe, Georg Helmkamp, Gerd Hülsmann, Paul Pfeiffer, Heinrich Plogmann, Hermann Obermeier, Bernhard Klöcker, Heinz Helmkamp, Johannes Niermann, Friedrich Rubasch, Walter Altenhoff, Wilfried Friesel, Heinrich Sieckmann, Harald Kaufmann

2. Reihe stehend von links: Alois Herkenhoff, Willi Gausmann, Ewald Sieckmann, Heinrich Strotmann, Josef Langenkamp

Schützenfestumzug Jägerberg, Hagen a.T.W.

von links 1. Reihe: Friedrich Rubach, Wilfried Friese, Harald Kaufmann, Bernhard Kampe

von links 2. Reihe: Gerd Hülsmann, Heinz Siekmann (verdeckt), Bernhard Klöcker

von links 3. Reihe: Heinz Helmkamp, Paul Pfeiffer

In den folgenden Jahren machte das Fehlen junger Nachwuchsmusiker dem Verein zu schaffen. Als dann der musikalische Leiter, Bernhard Kampe, plötzlich und unerwartet starb, schien der Fortbestand der Musikkapelle Hagen fraglich. Nur wenige Musiker fanden sich noch zu den Proben am Sonntagvormittag bei Stock ein. Aber nach zäher Kleinarbeit gelang es dem neuen Dirigenten Wilfried Friesel dieses Tief zu überwinden, so dass die Musikkapelle Hagen zu neuer Blüte geführt wurde. Im Jahr 1975 konnte so ein großes Fest zum goldenen Vereinsjubiläum gefeiert werden. Dabei durften natürlich ein Festkonzert, ein Festball und ein Umzug durch die Gemeinde nicht fehlen.

50 Jahre Musikkapelle Hagen a.T.W. - 1975

1. Reihe sitzend von links: Herr Witt, Name liegt nicht vor , Bernhard Klöcker, Robert Spellmeier, Friedrich Rubasch, Wilfried Friesel, Heinrich Plogmann, Peter Kaufmann, Reinhard Sieckmann, Gerd Hülsmann

2. Reihe stehend von links: Hermann Obermeier, Herr Breklow, Heinz Helmkamp, Alois Herkenhoff, Willi Gausmann, Walter Lückenga, Dieter Helmkamp, Ewald Siekmann, Herr Schenk, Hubert Sponnik, Heinz Siekmann und Harald Kaufmann
 

In den folgenden Jahren verlief die Entwicklung der Kapelle in geordneten Bahnen und der Verein konnte sich entsprechend entwickeln. Junge Musiker stießen zum Orchester und konnten gut integriert werden. 1981 zog  der musikalische Leiter Wilfried Friesel aus Hagen fort, so dass der bisherige stellvertretende musikalische Leiter, Harald Kaufmann, das Amt des Dirigenten übernahm.

Gleichzeitig wurde mit dem Aufbau einer geregelten Vorstandsarbeit begonnen, die bisher mit zu den Aufgaben des Kapellmeisters gehörte. Auf der Generalversammlung 1983 wurde zum ersten Mal ein Vorsitzender gewählt. Die Wahl fiel auf Peter Strothmann. Er führte den Verein bis 1985.

In diese Zeit viel der Aufbau eines Jugendorchesters, das ebenfalls von Harald Kaufmann geleitet wurde.

Das 60-jährige Vereinsjubiläum wurde 1985 mit einem Fest auf dem Gelände des Schulzentrums gefeiert. Im großen Festzelt gab das Orchester das Jubiläumskonzert und zeigte sein Können.

1986 und 1987 hatte Heinz-Peter Wolters das Amt des Vorsitzenden inne. Mit der Errichtung einer Satzung wurde die Vereinsarbeit nach innen und außen geregelt.

1987 wurde Heinrich Sieckmann Vorsitzender der Musikkapelle Hagen.

Nachdem Harald Kaufmann 1989 nicht mehr als musikalischer Leiter zur Verfügung stand und sein Nachfolger, Heinz-Peter Wolters, nach einjähriger Amtszeit zurücktrat, sprang der 1.Vorsitzende, Heinrich Sieckmann, in die Lücke und führte beide Ämter in Personalunion. Durch seinen persönlichen Einsatz und den Zusammenhalt der Mitglieder wurde der Verein durch diese schwierige Zeit geführt.

1991 übernahm Georg Helmkamp das Amt des Vorsitzenden und es gelang, Harald Kaufmann wieder für das Amt des musikalischen Leiters zu gewinnen. Durch die Zusammenarbeit mit der Klosteraner Schützenkapelle aus Kloster Oesede, die ebenfalls von Harald Kaufmann geleitet wurde, konnte die Spielfähigkeit sichergestellt und bereits 1992 an die Tradition der Frühjahrskonzerte in der ehemaligen Kirche angeknüpft werden. Unter dem Vorsitz von Georg Helmkamp konnten wichtige Auftritt, so z.B. Kurkonzerte in der näheren Umgebung gewonnen werden. Damit wurde der Verein auf eine sichere finanzielle Grundlage gestellt, die es ermöglichte, Mittel in die Ausbildung neuer Mitglieder und die Anschaffung von Instrumenten zu investieren. Im Jahr 1996 wurden dann auch endlich neue Uniformen angeschafft, die dem Orchester zu einem angemessenenen äußeren Erscheinungsbild verhalf. Dem Vorstand gelang es das Vereinsleben zu erneuern.

So wurden das jährliche Grünkohlessen, die Weihnachtsfeier und ein Grillabend ins Leben gerufen. Außerdem nahm die Musikkapelle seit 1996 wieder am Hagener Weihnachtsmarkt teil. Georg Helmkamp kandidierte 1997 nicht wieder für das Amt des Vorsitzenden; Frank Hülsmann wurde zu seinem Nachfolger gewählt.

Mit der Gründung des Jugendblasorchesters im September 1998 wurde ein Schwerpunkt auf die Jugendarbeit des Vereins gelegt. Gleichzeitig wurde die  Kooperation mit der Klosteraner Schützenkapelle beendet. Zukunftsweisend besann sich das Orchester wieder auf seine eigenen Kräfte.

75 Jahre Musikkapelle Hagen - Jahr 2000

1. Reihe von links: Katharina Janisch, Christina Hülsmann, Saskia Wöhrmann, Peter Hülsmann, Markus Huning, Nadine Baer, Lisa Sander, Astrid Durstewitz und Carsten Finke

2. Reihe von links: Matthias Herkenhoff, Michael Staniford, Steffen Kröger, Norbert Berndt, Friederike Schulz, Alexandra Günter, Sarah Igelbrink, Maximilian Stuckenberg, Christoph Püning, Christian Lehmkuhl, Jan-Hendrik Elixmann, Silke Westerheide, Christian Schulze, Frank Hülsmann und Heiko Sander
 

Durch die Nachwuchsarbeit, die erste Früchte hervorbrachte und die Wiedergewinnung ehemaliger Mitglieder konnte sich das Orchester im Jahr 2000 zu seinem 75. Vereinsjubiläum wieder auf eine breite personelle Basis stützen. Das Jubiläum wurde in der ehemaligen Kirche mit einem Konzert gefeiert. Dabei musste der Verein die schwierige Situation meistern, dass der Dirigent Harald Kaufmann zwei Tage vor dem Konzert plötzlich aus gesundheitlichen Gründen ausfiel. Spontan erklärte sich der ehemalige Dirigent Heinz-Peter Wolters nach nur einer gemeinsamen Probe bereit, dass Konzert zu leiten.  

2001 gab Harald Kaufmann sein Dirigentenamt ab. Nachdem die Zusammenarbeit mit verschieden Nachfolgekandidaten nicht von Dauer war, übernahm der Vorsitzende Frank Hülsmann 2002 zusätzlich das Amt des Dirigenten.  

In den Folgejahren wurde die Jugendarbeit weiter ausgebaut und es konnten weitere regelmäßige Auftritte hinzugewonnen werden. Ein Höhepunkt im Vereinsleben war die 12-tägige Reise des Orchesters mit 50 Personen in die Vereinigten Staaten von Amerika im Jahr 2008. Dabei wurden mehrere Konzerte gegeben und San Francisco und die Umgebung erkundet. Weitere erfolgreiche Konzertfahrten in Deutschland u.a. nach Mainz, München und Goslar folgten.

Mit einem großen Jubiläumskonzert am 18. April 2015 - an dem auch der befreundete Musikverein Bad Neuenahr-Ahrweiler teilnahm - wurde in der  ausverkaufter Sporthalle das 90jährige Bestehen gefeiert.

90 Jahre Musikkapelle Hagen - Jahr 2015

 Für die Zukunft bleibt zu wünschen, dass sich in der Musikkapelle Hagen a.T.W. weiterhin engagierte Musikerinnen und Musiker zusammenfinden, die die Aufgaben im kulturellen Bereich, in der musikalischen Ausbildung sowie in der Jugendarbeit fortführen, die der Verein seit nunmehr 90 Jahren erfüllt.